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Was sind Imaginationsübungen?

 

 

 Wunderbares Neuseeland

 

 

Das Wort Imago kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie "Bild".

Imagination ist also die Fähigkeit, sich bewusst innere Bilder vorzustellen.

Die inneren Bilder ähneln Traumbildern, ihr Entstehen kann jedoch willentlich gefördert

und beeinflusst werden.

Gerade schwer traumatisierte Menschen berichten oft, dass sie schlimme Zeiten in

ihrem Leben nur überstehen konnten, weil sie sich tröstende Phantasiewelten

und innere Helfer „erdachten“.

Vielleicht hatten Sie als Kind ja auch einen imaginären Spielkameraden

oder konnten Sie sich in bedrohlichen Situationen, über die Phantasie an einen Ort

der Sicherheit "beamen". Vielleicht sind Sie aber auch ein "Kopfmensch"

und verstehen gerade überhaupt nicht, wie dieser "Fantasiekram" Ihnen helfen könnte,

stabiler und besser mit deinem Alltag umgehen zu können.

Dann erinnern Sie sich daran, wie es sich anfühlt, wenn negative Bilder und Erinnerungen

sich in Ihren Alltagsleben drängen.

Es löst Angst, Spannung, Depression usw. aus. Positive Bilder haben genauso eine Wirkung

auf unser Gehirn, nur eben in positiver Ausrichtung.

Mit Hilfe von Imaginationsübungen erlernt man, mit der Symptomatik von Albträumen

und deren körperlichen Begleitreaktionen umzugehen.

Die Imaginationsübungen dienen der Stabilisierung und Selbstberuhigung und sollen

dem Grauen durch Erinnerungsbilder, etwas entgegensetzen,

damit man sich in der Situation, etwas Gutes tun kann.

Bei den verschiedenen Übungen nutzt man die menschliche Vorstellungskraft

zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte.

 

 Schöne Aussicht

 

 

Worin liegt nun der Unterschied zwischen Fantasiereisen und Imaginationsübungen?

 

Sie haben verschiedene Zielsetzungen:

Bei Fantasiereisen stehen die Bilder ganz im Dienste der Entspannung.

Imaginationsübungen greifen Probleme des Erlebenden, oder therapeutische Prozesse auf

und bearbeiten sie. Grundprobleme können in der geführten Imagination oft klarer

und schärfer gestaltet werden als im Gespräch.

Durch die größere Distanz zum Alltag ist eine bessere

Auseinandersetzung mit Problemen möglich:

Der Erlebende erhält eine Übersicht, die in den Verstrickungen des Alltags

kaum gewährleistet ist.

Die Bilder der geführten Imaginationen führen über neue Assoziationen zu neuen Sichtweisen

und Lösungsmöglichkeiten.

Ob diese übertragen werden können und dann auch außerhalb der Imagination

und der therapeutischen Situation tragfähig sind, sollte man selber ausprobieren.

 

Zielsetzung der Übungen:

 

Sicherheit, Geborgenheit:

Sie ermöglichen das Erleben von absoluter Sicherheit und Geborgenheit

 

und die Erfahrung der Selbsttröstung.

 

Diese Empfindung soll jederzeit und überall zumindest für Minuten

 

herbeizuführen sein, um aus einer belastenden Wirklichkeit zeitweise aussteigen zu können.

 

Diese Imaginationsübungen sollen auch der Vorstellung entgegenwirken,

 

Schutz und Sicherheit sei nur bei anderen Menschen zu finden und zu erwarten.

 

An deinem sicheren Ort sollten reale Menschen keinen Zutritt haben.

 

Zum einen kannst du dadurch erleben, dass man sich auch mit sich allein wohl fühlen kann,

 

zum anderen können Beziehungen zu Menschen phasenweise immer mal schwierig sein.

 

Prüfe sehr genau, ob der Ort sicher ist. Welche Grenzen hat er? (z. B. Mauern, Hecken)

Eine Besonderheit ist es, wenn du mehrere Anteile mit unterschiedlichen

 

Bedürfnissen in dir wahrnimmst.

 

Gibt es mehrere innere Anteile/Personen, bewährt es sich direkt eine

 

"Homebase" einzurichten, also einen größeren Ort (z. B. eine große Insel).

 

Hier können dann alle ihren eigenen individuellen Raum finden, aber auch Räume haben,

 

in denen man sich trifft (z. B. einen Besprechungsort).

Übung: Z.B.

 

Der sichere Ort (siehe unter Übungen)

 

 

 Nong Nooch, Tropical Garden

 

 

 

2. Distanzierung, Entlastung, Kontrolle:

 

 

Häufig werden diese Übungen in der Therapie dann angewendet, wenn unmittelbar

 

"Distanzierungsbedarf" besteht.

 

Zum Beispiel können Bilder auftauchen, die noch nicht be/verarbeitet werden können;

 

weil man vom Empfinden real in diesem "Film" steckt - also noch nicht unterscheiden kann,

 

dass dieses Erleben, in der Vergangenheit liegt.

 

Dann kann es sich anbieten, unmittelbar mit Distanzierungsübungen zu arbeiten.

Übungen: Z.B.

 

Der Tresor, Die Fernbedienung, Ich <> Er/Sie (siehe unter Übungen)

 

 

 Nong Nooch, Tropical Garden - Thailand

 

 

 

3. Halt, Kraft, Stärkung, Wachstum:

 

Übungen: Z.B.

 

Der Baum, Der Garten (siehe unter Übungen)

 

 

 Ying und Yang Brunnen

 

 

4. Beeinflussung vegetativer bzw. körperlicher Befindlichkeit:

 

Achtsamkeit ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.

Wir müssen oftmals neu lernen, uns und unsere Mitmenschen,

aber auch die kleinen Dinge des Alltags, wieder aufmerksam und bewusst wahrzunehmen.

Dazu dienen diese Übungen. Man kann diese Übungen in den Alltag integrieren

und/oder sie als Einleitung zu den anderen Imaginationsübungen machen.

 

Übung: Z.B.

Achtsamkeit (siehe unter Übungen)

 

 Butchard Gardens Vancouver Island

 

 

5. Arbeit auf der inneren Bühne, Integration:

 

Das Fortwirken schrecklicher Erlebnisse im Leben heute und in der Zukunft,

beendet man am sichersten, wenn man lernt, sich innerlich nicht mehr daran zu

beteiligen mit Sorgen, Zorn, Entsetzen, Träumen und Befürchtungen.

Man sagt dann: "Ich spiele da nicht mehr mit, ich ziehe mich daraus zurück."

Ein großer Anteil des Festhängens in den Folgen erlebter Schrecken zeigt sich in Vorwürfen

gegen sich selbst. Man hat damit die Verachtung, die Entwertung oder die Gleichgültigkeit,

die in dem steckten, was erlitten wurde, auf sich, ja in sich hinein genommen.

Integration, ist ein wichtiger Schritt, um Neues beginnen.

 

Übung: Z.B.

Friedenschließen (siehe unter Übungen)


 Butchard Gardens Vancouver Island

 

 

Vorbereitung zur Übung:

 

* Treffen Sie immer eine bewusste Entscheidung,

ob Sie eine Übung machen möchtest, oder nicht.

*Wichtig ist, dass Sie in jedem Augenblick die volle Kontrolle haben

und die eigene Regie führen.

* Sie haben immer die Wahl, ob Sie die Augen offen lassen oder schließen möchtest.

* Lassen Sie sich nicht entmutigen, falls bestimmte Übungen bei Ihnen nicht

funktionieren – Übung macht den Meister.

* Lassen Sie Ihre Fantasie freien Lauf, Imagination darf Spaß machen!


Finden Sie eine bequeme Sitzhaltung.

Konzentrieren Sie sich für einen Moment auf den Rhythmus Ihres Atems.

Lass ihn kommen und gehen, ohne ihn verändern zu wollen.

Sie selbst entscheiden, ob Sie Ihre Augen offen halten, oder schließen möchten.

Es ist auch Ihre Entscheidung, wie viel Nähe Sie zu den Bildern herstellen möchten.

Sie können darüber nachdenken, oder sie von außen anschauen; näher auf sie zugehen,

sie vielleicht berühren, oder sogar in ein Bild hineingehen.

Sie können auch, wenn Ihnen das richtig erscheint, Gedanken, Vorstellungen

oder Worte einfach an sich vorbeiziehen lassen.

Behalten Sie dies im Auge:

Die Übungen sollen so ausgeführt werden, dass sie Ihnen gut tun.

Kommen Ihnen Gedanken oder Bilder, die Ihnen nicht gut tun, schicke sie bewusst fort,

sagen Sie Z.B.: "Dich oder das will ich nicht sehen oder hören."


 Blick in den Garten

 

 

mögliche Probleme

 

1) Problem das man "wegdriftet", oder negative Bilder sieht.

 

* Erarbeiten Sie mit Ihrem Therapeuten, oder einem Menschen, dem Sie vertrauen,

wie (z. B. ein sicherer Ort) aussehen müsste, wo er wäre, wie groß,

welche Schutzmechanismen da sein sollen usw.

* Es reicht auch über den Inhalt der Übung einfach ohne Entspannung nachzudenken

und sich die Ideen ggf. aufzuschreiben.

(z. B. Was bräuchte ich für eine Umgebung um mich sicher zu fühlen?)

Bei diesem Nachdenken kann man auch im Raum hin und her gehen

oder gleichzeitig einen Igelball benutzen.

* Wenn Sie möchten, können Sie einen Teil des Körpers bewusst angespannt lassen

um sicher zu sein, dass Sie selbst die Kontrolle haben.

* Üben Sie im Sitzen und nicht im liegen. Stellen Sie Ihre Füße fest auf den Boden.

Nehmen Sie immer wieder zwischendurch ganz bewusst Ihre Füße auf dem Boden wahr.

* Lassen Sie die Augen offen und fixiere einen Punkt im Raum.

* Stellen Sie sich ggf. einen Wecker der Ihnen im Fall der Fälle bei der Reorientierung hilft.


 Frühlingserwachen

 

 

2) Problem: Ich habe keinen Ort, der sicher ist.

* Wo würden Sie einen Menschen verstecken, den Sie gern haben?

* Kramen Sie in Ihre Erinnerung.

Gab es einmal einen realen Ort an dem Sie sich für kurze Zeit sicher gefühlt haben?

Erwarten Sie nicht zu viel von sich selbst, für den Anfang reicht dies aus.

* Der Ort muss nicht perfekt sein, auch können Sie Ihre Fantasie spielen lassen,

zaubern Sie Pforten, Geheimtüren, Passwörter etc., ebenso könnten Sie Ihrem Ort

auf einen Stern, einer Insel, oder unter/auf einen Berg erbauen.


 Im Garten von Claude Monet

 

 

3) Problem: Ich kann keine Bilder sehen.

* Einerseits ist es eine Frage der Übung und andererseits muss man sich das Ganze

auch nicht zu bildhaft vorstellen. Vielleicht hilft Ihnen ja die Frage:

"Wenn ich was sehen würde, wie sähe das aus?

(z. B. Wenn ich einen Baum sehen würde, was wäre das für ein Baum?)


Gigantischer Baum

 

 

4) Problem: Unerwünschte Besucher am Imaginationsort

* Ihre Fantasie gehört ganz alleine Ihnen!

Sie haben alles Recht der Welt unangenehme Bilder, Besucher, Eindrücke wegzuschicken.

* Wenn sie nicht gehen, obwohl Sie es versuchen, dann erschaffen Sie sich einen Helfer

(Drachen, Engel, Riesen)

* Erschaffen Sie sich evtl. einen separaten Raum, wo unerwünschte Besucher

von dem Helfer hingebracht werden. (Gefängnis, Insel)



 Steingarten

 

 

5) Problem: Das Bild taucht nur kurz auf - ohne Gefühle

* Sie müssen noch lernen, wie Sie ein gutes Gefühl wahrnehmen können –

geben Sie sich Zeit!

* Versuchen Sie alle Sinne einzusetzen z. B. versuchen Sie die Wärme der Sonne

auf Ihrer haut vorzustellen.

 

Blühender Garten 2

 



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