Der Daikon
Der japanische Rettich, Daikon genannt, ist eine Sortengruppe des Bier-Rettichs mit
besonders langer, zylindrisch geformter Wurzel und weißem Fleisch mit mildem,
zart pfeffrigem Geschmack. Seine Enzyme sollen insbesondere beim Abbau der im
Reis enthaltenen Stärke wirken und damit bei der Verdauung helfen. In China und Japan
wird Rettich nicht nur roh gegessen, sondern auch gekocht. In Korea und in Japan wird der
Daikon übrigens ähnlich wie Sauerkraut eingesalzten. Auch die Blätter werden als
Gemüse gegessen und manche Sorten haben so ölreiche Samen, dass daraus ein zart
scharfes Speiseöl gepresst werden kann. Dann gibt es noch den Schlangenrettich,
dessen Schoten ähnlich wie die Erbsen gegessen werden. Das können auch Gärtner machen,
denen der Rettich in die Blüte schießt. Gemeinsam mit anderem Gemüse schmecken
die Schoten im Wok gebraten angenehm scharf.
Die Inhaltsstoffe der Rettich-Sorten sind nicht sehr unterschiedlich.
Ein normaler Bierrettich deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C,
liefert antioxidative Carotinoide, einige B- Vitamine, reichlich Kalium, Natrium, Magnesium,
Kalzium und Eisen, vor allem aber ein schwefelhaltiges Öl, das Raphanol, sowie weitere
Senfölglykoside und Bitterstoffe. Die Senföle wirken antibakteriell, daher die traditionelle
Anwendung von Rettichsaft mit Honig gegen Husten:
Einen Rettich (in diesem Fall am besten einen schwarzen Rettich) aushöhlen, unten ein Loch
reinschneiden, die Höhlung mit Honig füllen und den dadurch entstehenden Saft in ein Gefäß
tropfen lassen. Dieser Saft hilft bei akutem Husten, aber auch bei chronischem mit zähem Schleim
zum Abhusten. Pfarrer Kneipp war überzeugt, "dass Lungenkrankheiten durch
Rettichsaft geheilt werden können, solange die Lunge noch keine Löcher hat".
Rettichsaft regt durch die Senföle die Gallenflüssigkeitsbildung an und wirkt der
Gallenstein-, Grießbildung entgegen. In der Volksmedizin wurde der Rettich kurmäßig eingesetzt,
besonders bei Darm- und Gallenleiden, wenn diese mit Verstopfung vergesellschaftet waren.
Heute wissen wir über den Wirkungsmechanismus Bescheid.
Die günstige Wirkung kommt durch eine Anregung der Dünndarmmuskulatur zustande,
dadurch entsteht eine Sogwirkung auf die Gallengänge, die somit passiv gereinigt werden.
In der Folge kommt es zu einer Entlastung der bei chronischen Gallenwegserkrankungen
gestauten Leber. Eine Rettichsaft-Kur kann also die Gallengänge reinigen, die ätherischen
Öle regenerieren die Darmschleimhäute, fördern den Stuhlgang und regulieren
den Cholesterinspiegel. Die Gesamtdauer der Kur beläuft sich auf 6 Wochen,
der Saft sollte auf nüchternem Magen eingenommen werden, 1/8 l Saft
(bekommt man in Apotheken und Drogerien) wir auf 3 bis 5 Einzeldosen zu je 1 EL Saft verteilt.
Bei Problemen mit der Magenschleimhaut hilft es, wenn der Saft vorher einige Stunden in
den Kühlschrank gestellt wird. Rettich, ob weiß oder schwarz, sollte roh als Salat in
den Speiseplan eingebaut werden. Es gibt auch die These, dass Leute, die viel Ärger im
Beruf haben, reichlich Rettich essen sollen. Da er den Gallenfluss fördert, spült er sozusagen
den Ärger förmlich weg und man muss nicht "Gift und Galle spucken".
Der Dill
Der Dill gehört zu Familie der Doldenblütter (Apiaceae).
Vermutlich stammt die Pflanze aus Vorderasien. Bereits die Ägypter und Römer benutzten
das Küchen- und Heilkraut. Im frühen Mittelalter wurde das Kraut durch die Mönche
in Europa eingeführt und verbreitete sich schnell.
Der Dill kann bis zu 1 Meter hoch werden. Die Stängel sind hohl und mit gefiederten Blättern
versehen. Im Hochsommer erscheinen kleine gelbliche Blüten in großen Dolden.
In diesen reifen die Dillsamen heran. Eine Vielzahl enthaltenen ätherische Öle,
verleihen dem Kraut das unverwechselbare Aroma. Eine interessante und beliebte
Sorte ist “Fernleaf” mit farnähnlichen Blättern und langer Erntezeit.
Dill mag es besonders sonnig und warm und sollte windgeschützt stehen.
Als Schwachzehrer reichen ihm nährstoffarme Böden, die feucht aber nicht staunass sind.
Ab April kann der Dill im Freien gesät werden, am besten im Zyklus von zwei bis drei Wochen.
So hat man immer frische Pflanzen zur Verfügung. Am aromatischsten ist der Dill wenn er blüht.
Wer sich für das Kraut interessiert, sollte dicht in Reihen säen. Dill passt gut unter Gemüse,
am besten unter Möhren oder Gurken. Lockerer Boden damit keine Staunässe entsteht mag
er am liebsten. Dill sät sich leicht aus und im nächsten Jahr erscheint er meist von selbst.
Den ganzen Sommer über, lassen sich die Blätter ernten. Sie sollten frisch verwendet werden.
Das meiste Aroma entfalten sie, wenn nach sonnenreichen Tagen geerntet wird.
Dill eignet sich auch zum trocknen und einfrieren, verliert jedoch an Würzkraft.
Samen des Kraut sind erntereif, wenn sie sich bräunlich verfärben.
Zum Ernten, Samenstäbe abschneiden und kopfüber aufhängen.
Die getrockneten Samen fallen von selbst ab. Am besten ein Tuch drunter legen.
Dillsamen Tee wirkt bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden.
Er wirkt Harntreibend, daher wird er oft bei Nierensteinen eingesetzt.
Die Milchsekretion stillender Mütter kann durch Dill gesteigert werden.
Die Erbse
Erbsen wurden wahrscheinlich bereits in der Steinzeit angebaut.
Sie ist die älteste Nutzpflanze unter den Hülsenfrüchten und hat den höchsten Eiweißgehalt.
Erbsen werden in drei Arten angeboten: die Palerbsen (schmecken leicht mehlig),
die Markerbsen (sind süßlich) und die zarten Zuckererbsen.
Die noch unreifen grünen Erbsen werden mit der so genannten Zuckerschote geerntet und im J
uni und Juli frisch angeboten. Erbsen mit Schote sollten möglichst noch am Erntetag verzehrt werden,
da sie schnell an Geschmack verlieren. Aus diesem Grund wird der Großteil der Erbsen direkt
nach der Ernte eingefroren, das verhindert Geschmackseinbußen,
oder sie werden in Dosen konserviert.
Erbsen in Konserven werden in unterschiedlichen Güteklassen angeboten. Extra fein hat
einen Durchmesser bis 7 mm, fein bis 7,5 mm, mittelfein bis 8,5 mm, junge Erbsen bis 9,5 mm.
Die reifen gelben oder graugrünen Samen eigenen sich für Eintöpfe,
Brei oder gemahlen als Suppengrundlage wie beispielsweise Erbswurst.
Die ausgereiften, getrockneten Erbsen haben einen wesentlich höheren Eiweiß- (bis zu 23 %)
und Kohlenhydratgehalt (48 %) als die grünen Samen. Sie enthalten lediglich 5–7 % Eiweiß
und 12 % Kohlenhydrate. Erbsen liefern darüber hinaus viel Vitamin B1, Ballaststoffe und Mineralien.
150 g Erbsen enthalten rund 104 kcal, bzw. 435 kJ.
Erbsen sind in Deutschland eine der beliebtesten Gemüsesorten.
Der Eisbergsalat
Der Eisbergsalat, auch Eissalat, Knacksalat oder Krachsalat genannt, zählt zu den
beliebtesten Salaten in Deutschland. Eisbergsalat ist eine Weiterzüchtung des Kopfsalats
und wurde zuerst in den USA gezüchtet. Seinen Namen verdankt er der Tatsache,
dass er früher auf Eisblöcken gelagert transportiert wurde, um ihn frisch zu halten.
Eisbergsalat erinnert im Aussehen an einen Kohlkopf. Er besitzt einen geschlossenen, Kopf;
die Blätter sind sehr fest und, je nach Sorte, grün oder rötlich.
Eisbergsalat hat einen frischen herzhaften Geschmack.
Der Eisbergsalat liebt mildes Klima daher sind die Hauptanbaugebiete in Europa in Spanien,
Frankreich, Italien und in Süddeutschland. Erhältlich ist der Eisbergsalat in den Supermärkten
und beim Gemüsehändler das ganze Jahr über. Aus deutschem Freilandanbau kommt er in den
Monaten Mai oder Juni bis September auf den Markt. Den Rest des Jahres werden importierten
Salatköpfe angeboten.
Eisbergsalat ist in der Gastronomie, vor allem im Fast Food Sektor, sehr beliebt,
denn er bleibt auch nach der Zubereitung lange frisch und knackig.
Dies macht ihn ideal als Salatauflage bspw. für Hamburger oder für Sandwiches.
Aber auch zuhause ist Eisbergsalat sehr beliebt, da er sich im Gemüsefach bis zu zwei Wochen hält.
Auch angeschnittener Salat bleibt noch mindestens eine Woche knackig, wenn man ihn in
Klarsichtfolie einwickelt. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Kopf fest geschlossen ist
und sich der Eisbergsalat fest und kühl anfühlt.
Eisbergsalat lässt sich sehr einfach zubereiten: Die äußeren Blätter werden entfernt
und die inneren Blätter entweder in mundgerechte Stücke zerteilt oder in Streifen geschnitten.
Durch den geschlossenen Kopf muss Eisbergsalat nicht unbedingt gewaschen werden,
da kein Schmutz in das Innere gelangen kann. Dennoch ist das kurze Waschen unter
fließendem kalten Wasser und das anschließende Trockenschleudern zu empfehlen.
Eisbergsalat schmeckt gut mit einer klassischen Salatvinaigrette, verträgt aber auch
kräftigere und schwerere Marinaden bspw. mit Käse, Krabben, Eier- und Fleischwürfeln
bestückte Joghurtsaucen. Diese lassen die kräftigen Blätter nicht zusammenfallen,
wie dies bspw. bei zarteren Salaten wie Kopfsalat geschehen würde.
Eisbergsalat schmeckt auch gut in Kombination mit süßen Früchten wie bspw.
Ananas oder Mandarinenstücken.
Eisbergsalat ist kalorienarm und enthält die Sekundären Pflanzenstoffe, Carotinoide,
Sulfide und Flavonoide, denen eine Reihe gesundheitsfördernder Effekte zugeschrieben werden.
Er enthält Vitamin C und verschiedene B-Vitaminen sowie Folsäure und
Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium.
Der Estragon
Die Estragonpflanze wird 60 bis 150 cm groß, sie hat längliche, lanzettenförmige Blätter.
Gepflückt werden nur die jungen und zarten Blatttriebe. Estragonblätter, die getrocknet werden sollen,
erntet man erst unmittelbar vor der Blüte. Dieses Kraut hat eine milde, gepfefferte Schärfe
und ein so besonderes Aroma, dass die meisten Feinschmeckerrezepte in der Welt auf
das Estragon-Konto kommen. Südeuropa, Sibirien, die Mongolei und Südasien sollen die
eigentliche Heimat des wildwachsenden Krautes sein. Es wird vermutet, dass die Kreuzfahrer
den Estragon aus Kleinasien nach Europa mitbrachten,
wo er in Kräutergärten gezogen und kultiviert wurde.
Heute bezieht man den Estragon hauptsächlich aus den Balkanländern und aus dem
Gemüse- und Kräuterland Holland. Der Estragon- Geschmack ist stark aromatisch,
pfeffrig und ganz leicht bitter. Den Namen Estragon leitet man ab von draco = Drache,
Schlange. Man vermutete über tausend Jahre lang, dass ein Bündel Estragon am Körper
vor Schlangenbiss schützt. Estragon dient zur Herstellung von Estragon-Essig und -Senf.
In kleinen Mengen wird Estragon auch in der kosmetischen Industrie verwendet.
Den besten Ruf hat Estragon in der französischen und italienischen Küche, wo es in jedes
Kräuterbukett gehört, für Fleischbrühen, Gemüsesuppen und Kräutersoßen. Estragon würzt die
berühmte Sauce Vinaigrette, Artischocken, Spargel, Champignons und Blumenkohl, grüne Salate,
gemischte Salate und alle Gemüsesalate, alle Bohnen- und Rohkostgerichte.
Zu folgenden Gerichten gehört ebenfalls der unverkennbare Estragongeschmack:
Fleischragouts, Leber, Herz, Geflügel und Geflügelfüllungen, scharfe Soßen zu Reis,
Spaghetti und anderen Nudeln, Mayonnaise und Remouladen zu gekochten Fischen,
Kräuterbutter und kalten und warmen Meerrettich-Soßen.
Es gehört zum Sauerbraten, zu allen Wildfleischgerichten sowie zu Beizen und Marinaden
zum Einlegen von Fleisch und Fisch. Estragonblätter nimmt man auch zum Einlegen
von Gurken, Kürbissen und Essiggemüsen.
Vielseitig verwendbar.
Innere Anwendung von Estragon
Abwehrsteigerung
Appetitanregend
Darmparasiten
Durchblutungsfördernd
Herzstärkend
Magenkrämpfe
Menstruationsregelnd
Neurovegetative Dystonien
Schluckauf
Schwäche
Verdauung
Äußere Anwendung von Estragon
stärkt den Magen
fördert die Verdauung
wärmt
regt den Appetit an
reguliert die Menstruation
durchblutungsfördernd
erwärmend
Rheuma
Viermal mal täglich bis zu fünf Tropfen mit einem Kaffeelöffel Honig vermischt in ein
Glas lauwarmes Wasser oder Kräutertee geben.
Badezusatz
Wenn Sie müde und erschöpft sind oder bei Magen-Darm-Problemen.
Zutaten: 4 Tropfen Estragon auf 1/2 Becher Sahne.
Vorsicht: Schwangere dürfen Estragonöl nicht benutzen.
Zu hoch dosiert und bei langfristigem Gebrauch kann es giftig wirken.
Estragon enthält Methylchavigol, welches als kanzerogen eingestuft wurde.
Deshalb wird von einer innerlichen Einnahme abgeraten.
Der Fenchel
Fenchel ist in zwei Unterarten verbreitet: der scharf schmeckende Esels- oder Pfefferfenchel
(Foeniculum piperitum) und der Gartenfenchel (Foeniculum vulgare).
In Europa war er ursprünglich nur im Mittelmeergebiet beheimatet.
Mittlerweile findet man ihn in ganz Europa, Asien sowie in Teilen Südamerikas.
Beim Fenchel handelt es sich um eine ein- bis mehrjährige, bis zu über zwei Meter hohe
Pflanze mit fleischig verdicktem Stängel, der im oberen Bereich verästelt ist.
Die kleinen, gelben Blüten sitzen in großen Dolden. Der Gemüsefenchel ist meist einjährig
und wird nur bis zu 50 cm hoch. Unterirdisch bildet sich die Fenchelknolle.
Der Fenchel ist eine uralte Gewürz- und Heilpflanze. Schon im 9. Jahrhundert pflanzten
Benediktinermönche die Pflanze nördlich der Alpen in ihren Klostergärten an.
Auch die alten Kulturen Arabiens und Chinas kannten den Fenchel. Dort wurde er bei Lungen-,
Blasen und Nierenleiden angewandt. Sogar beim Biss "toller Hunde" sollte er helfen.
Seit jeher hat Fenchel in der Volksmedizin eine bedeutende Stellung eingenommen.
Wegen seines angenehmen Geschmacks hat er sich besonders in der Kinderheilkunde bewährt.
Medizinisch werden die reifen Früchte und die Rinde des Bitterfenchels sowie das d
araus gewonnene ätherische Öl verwendet.
Medizinisch wirksame Hauptbestandteile des Fenchels sind die ätherischen Öle,
welche bis zu 70 Prozent aus Anethol und anteilig aus Fenchon bestehen. Anethol ist für den
süßlichen, anisartigen Geschmack des Fenchels verantwortlich. Es fördert die Beweglichkeit
der glatten Muskulatur im Verdauungstrakt und wirkt so krampflösend, appetitanregend
und verdauungsfördernd. Außerdem beschleunigt es an der Bronchialschleimhaut die
Schlagfrequenz der Flimmerepithelien, löst so den Schleim und fördert den Auswurf.
Das ebenfalls im Öl enthaltene Fenchon, welches für den bitteren Geschmack
verantwortlich ist, wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze. Neben den ätherischen
Ölen sind Flavonoide, fettes Öl und Antioxidanzien im Fenchel enthalten.
Bei stillenden Müttern wirkt Fenchel milchtreibend, d.h. es steigert die Milchabsonderung.
Der Gehalt des ebenfalls im Fenchel enthaltenen Estragols darf höchstens fünf Prozent betragen,
da eine krebserregende Wirkung der Substanz nicht ausgeschlossen werden kann.
Fenchel wird bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, leichten krampfartigen
Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und besonders bei Blähungen angewendet.
Auch bei Atemwegserkrankungen, Husten und Erkältungsbeschwerden im Mund-, Nasen-
und Rachenraum (Katarrhe der oberen Luftwege) wird Fenchel eingesetzt.
Bei Sängern ist Fenchelhonig ein Geheimtipp gegen Heiserkeit.
Der Ginseng
Extrakt normalisiert Blutzuckerspiegel und Übergewicht
Wissenschaftler der University of Chicago sehen in der Ginseng-Beere eine vielversprechende
Zukunft bei der Behandlung von Diabetes und Übergewicht. In der Juni-Ausgabe des
Fachmagazins Diabetes berichtet das Team um Chun-Sun Yuan vom Tang Center for
Herbal Medicine Research der Uni, dass ein Beeren-Extrakt den Blutzuckerspiegel bei
Mäusen normalisierte, die Empfindlichkeit für Insulin verbesserte,
Cholesterinwerte senkte und den Appetit reduzierte.
Seit mehr als 2000 Jahren widmete sich die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
der Heilpflanze Ginseng, der Schwerpunkt galt bisher der Ginsengwurzel.
In der aktuellen Studie konzentrierten sich die Forscher auf Substanzen in der Ginseng-Beere,
die verschiedene Konzentrationen an so genannten Ginsenosiden enthält.
"Die Ginseng-Beere besitzt ein unverkennbares chemisches Profil und wurde bisher nicht
für therapeutische Zwecke eingesetzt. Erstaunlich ist, wie wirksam sich die Beere in
der Korrektur verschiedener metabolischer Veränderungen bei Diabetes erwies", erklärte Yuan.
Die Forscher testeten das Beerenextrakt, indem sie dieses einmal täglich in Mäuse mit einem
Gendefekt injizierten. Der Gendefekt verursachte eine Gewichtszunahme und Diabetes-Typ-II.
Innerhalb von zwölf Tagen konnte ein normaler Blutzuckerspiegel hergestellt werden.
Die behandelten Mäuse hatten bessere Werte beim Glukosetoleranz-Test.
Der Test misst, wie schnell die Tiere überschüssige Glukose aus dem Blut entfernen können.
Im selben Zeitraum verloren die Mäuse zehn Prozent des Körpergewichts, aßen um 15 Prozent
weniger und waren aktiver als die Vergleichstiere. Nach Beendigung der Behandlung nahmen
die Mäuse kontinuierlich an Gewicht zu. Bei gesunden Mäusen zeigte das Extrakt keine Wirkung.
"Die Beere enthält Substanzen, die sowohl bei Übergewicht als auch bei Diabetes wirken.
Dadurch ist die Ginseng-Frucht als Quelle neuer Medikamente viel versprechend",
meinte Yuan. Im nächsten Schritt wollen die Forscher andere Substanzen im Extrakt isolieren,
um festzustellen, ob diese ebenfalls eine Glukose regulierende Wirkung besitzen oder
Übergewicht beeinflussen können. Besonders in den USA nimmt der Druck, neue und
wirksamere Substanzen gegen die Volkskrankheiten Übergewicht und Diabetes zu finden, zu.
Die Kosten für die Behandlung von Diabetes liegen derzeit bei rund 105 Mrd. Dollar jährlich.
Der Faktor Übergewicht belastete im Jahr 2000 die US-Wirtschaft mit 117 Mrd. Dollar.
Der Grünkohl
Beim Grünkohl scheiden sich die Geister. Die einen nennen ihn liebevoll „Oldenburger Palme",
die anderen finden einfach nur, dass er „riecht!". Dieser Zwiespalt wird auch durch die Geschichte
des Grünkohls bestätigt. Galt er vor sehr langer Zeit als Heilmittel, avancierte er im Laufe der Zeit
zum „Arme-Leute-Essen" und ist heute in einigen Gegenden wieder der Renner auf der Speisekarte.
Grünkohl hat seinen Ursprung wahrscheinlich in Griechenland. Dort wird 400 v.Chr.
ein krausblättriger Blattkohl beschrieben, der später bei den Römern als Sabellinischer
Kohl bezeichnet wurde. Dieser Kohl ist wohl der Vorläufer des heutigen Grünkohls.
Grünkohl zählte in der römischen Küche zu den Delikatessen. Bauern, die Grünkohl anbauten,
brachten es dadurch oft zu Wohlstand. Typische Anbaugebiete heute sind Mittel- und Westeuropa,
Nordamerika und Ost- sowie Westafrika. Im Norden Deutschlands streiten sich alle Jahre wieder
die Städte Bremen und Oldenburg darum, wessen „Spezialität" der Grünkohl denn nun ist.
Die längste Tradition können die Bremer nachweisen, die seit 1545 ein öffentliches
Grünkohlessen zelebrieren. 1988 wurden in Deutschland etwa 900 Hektar Grünkohl angebaut.
Mit dem Grünkohl verwandt ist auch der in Italien angebaute Cavalo nero, der Schwarzkohl.
Die Blätter des Schwarzkohls haben eine dunkle Farbe und sind nicht so kraus wie die des Grünkohls.
Geschmacklich ist der Schwarzkohl dem Grünkohl ähnlich und wird auch wie dieser zubereitet.
Grünkohl braucht den ersten Frost
Alle echten Grünkohlkenner rümpfen die Nase, wenn der Kohl schon vor dem ersten Frost
angeboten wird: Der richtige Wohlgeschmack stellt sich nämlich erst nach dem ersten Frost ein.
Ein Grund liegt darin, dass die Blattstruktur etwas lockerer und der Kohl damit bekömmlicher wird.
Der Hauptgrund ist aber der, dass durch den Frost ein Teil der Kohlenhydrate
zu Zucker umgebaut wird.
Der Zuckergehalt erhöht sich dabei zum Teil um das Doppelte. Wer glaubt,
er könne dies in der Gefriertruhe nachmachen, täuscht sich. Es muss tatsächlich der Bodenfrost sein,
der die Geschmacksveränderung verursacht. Ist der Kohl geerntet und wird dann blanchiert
und gefrostet, schmeckt er anders als der natürlich gefrorene.
Warum riecht Kohl beim Kochen so unangenehm?
Frischer Grünkohl riecht relativ neutral. Beim Kochen entwickelt er aber den bekannten
unangenehmen Geruch, der viele davon abhält, das Vitamin-C-reiche Gemüse zu essen.
Der Grund für die „Geruchsbelästigung" liegt in den im Kohl enthaltenen Schwefelverbindungen
und Senfölen. Im rohen Kohl können sich die Duftstoffe noch nicht entfalten, da die
Schwefelverbindungen an Zucker gebunden vorliegen. Beim Kochen werden nun im Kohl
enthaltene Enzyme aktiviert, die die verzuckerten Schwefelmoleküle spalten.
Der Kohl beginnt daraufhin sein typisches Aroma zu entfalten.
Je länger die Kochzeit, desto mehr Aromamoleküle werden freigesetzt.
Die Gurke
Die Gurke ist eine länglich grüne Beerenfrucht mit einem Wassergehalt von 97 Prozent.
Klingt langweilig - ist sie aber nicht. Schon vor 3.000 Jahren hat man Gurken gezüchtet.
Die alten Griechen haben tolle Rezepte entwickelt, ein echtes Zaziki ohne Gurke
ist bis heute nicht vorstellbar. Über Deutschland hinaus bekannt sind die Spreewaldgurken.
Sie sind mittlerweile eine europäisch geschützte regionale Spezialität - ähnlich wie
Parmesan oder Champagner!
Außerdem hat man sich im Spreewald zur "Gentechnikfreien Zone" zusammengeschlossen -
Gentechik kommt dort nicht ins Gurkenglas! Bei Gurken lohnt es sich übrigens doppelt,
aufs Bio-Siegel zu achten: Kürbisgewächse (wie die Gurke) nehmen Pflanzenschutzmittel leicht auf,
was zur Belastung führen kann. Gut zu wissen, dass im Öko-Landbau keine
chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
Die Gurke ist auch bekannt als Salatgurke, Gemüsegurke, Senfgurke, Essiggurke,
Dillgurke, Gewürzgurke, Spreewaldgurke...