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Ihr Unterbewusstsein

 

 

Der Wanderer wanderte auf eine Stadt zu. Vor dieser Stadt saß ein alter Mann

 

auf einem großen Stein. Der Wanderer blieb bei dem Alten stehen und fragte ihn,

 

wie denn die Leute dort in der Stadt wären.

 

Der alte Mann lächelte weise (wahrscheinlich war er es auch) und fragte

 

den Wanderer: »Wie waren denn die Leute in der Stadt, in der Du zuletzt warst?«


Der Wanderer erzählte nun seinerseits, dass es eine ganz furchtbare Erfahrung

 

für ihn war. In der letzten Stadt wären ihm nur Gauner, Verbrecher und andere

 

böse Menschen begegnet.

 

Der alte Mann nickte und erklärte ihm, dass der Wanderer auch in dieser Stadt

 

praktisch ausschließlich böse Menschen, Gauner und Verbrecher antreffen würde.

 

Nun nickte der Wanderer, als ob er es erwartet hätte und zog weiter.

 

Nach gar nicht allzu langer Zeit wanderte ein anderer Wanderer auf die Stadt zu

 

und auch er blieb beim alten Mann stehen. Auch dieser Wanderer stellte ihm die Frage,

 

was er denn für Leute in der Stadt dort antreffen würde.

 

Wieder fragte der Alte die gleiche Gegenfrage: »Wie waren denn die Leute in der Stadt,

 

in der Du zuletzt warst?«

 

Der Wanderer geriet ins Schwärmen und erzählte, wie wundervoll die Leute dort

 

gewesen waren, nett, freundlich und ausgesprochen hilfsbereit.

 

Er habe viele neue Freunde gewonnen in dieser Stadt.

 

Der alte Mann nickte und erklärte ihm, dass der Wanderer ruhig auch in diese

 

Stadt gehen könnte, er würde praktisch ausschließlich nette,

 

freundliche und hilfsbereite Menschen dort antreffen und viele

 

neue Freundschaften schließen.

 

 

Versteht unser Unterbewusstes ein" Nein"?

 

Es wird immer wieder behauptet, dass unser Unterbewusstsein keine

Negation versteht. Also Wörter wie nein, keine, ohne...

Das ist nur zum Teil richtig.

Wenn es um sprachliche Verarbeitung geht verstehen wir alles.

Wenn ich Ihnen sage, dass ich "morgen keine Zeit habe, um mich mit Ihnen

zu treffen" verstehen Sie das sehr wohl. Weil Sie mich verstehen.


Sage ich aber zu Ihnen "Denken Sie nicht an einen grünen Elefanten" verstehen

Sie mich auch. Ihr Unterbewusstsein aber bekommt Schwierigkeiten.

Um nicht an einen grünen Elefanten zu denken, müssen Sie sich innerlich

genau diesen Elefanten erst einmal vorstellen. Und diese Art von Negation,

die gedanklich - sprachliche, die versteht es nicht.

Das klingt un-glaublich?

Dann denken Sie jetzt bitte nicht an einen grünen Elefanten.

Ich sagte, Sie sollen nicht an einen grünen Elefanten denken.

Auf keinen Fall sollen Sie sich einen grünen Elefanten vorstellen, jetzt.


99% aller Menschen haben an den grünen Elefanten gedacht.

Obwohl die Anweisung doch klar und eindeutig war.

Aber wir können nicht an etwas denken.

Wir können nur an etwas denken. Ist doch auch logisch, oder?

Ich kann nicht einen Gedanken nicht haben, dafür muss ich diesen

Gedanken erst denken. Hört sich komisch an. Ist aber ganz einfach.

Wenn ich nicht an grünen Elefanten denken soll, muss ich zunächst genau

an diese denken; dann kann ich mir sagen, daran soll ich nicht denken.

Ich kann nur alternativ an etwas anderes denken.

Rufen Sie Ihrem Kind zu "Fall nicht!" gibt es zwei Möglichkeiten:


1.) Ihr Kind "überlegt" was es tun soll.

Es macht sich ein Bild von dem, was es hört.

Dann versteht es nur das Wort "Fall". Und fällt.


2.) Ihr Kind "versteht" die Wörter nicht. Weil es nur einen schrillen Alarmton hört.

Und deshalb stehen bleibt.

Trotzdem ist es immer besser, seine Wünsche und Ziele positiv auszudrücken.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Kopfschmerzen.

Diese können Sie im Moment gar nicht gebrauchen.

Jetzt formulieren Sie: "Ich habe keine Kopfschmerzen." Das Problem:

Sie verstärken den Kopfschmerz, weil Sie ständig an ihn denken und ihn verstärken.

Fühlen Sie sich lieber vollkommen gesund und locker.

 

Die Eisbergtheorie

 

Kennen Sie die Eisberg – Theorie?

Sie besagt, dass ähnlich wie bei einem Eisberg, nur 10% (sichtbar)

über der (Wasser-)Oberfläche sind. 90% jedoch „unsichtbar“ sind.

Diese Werte passen auch im Verhältnis Bewusstsein zu Unterbewusstsein:

Rund 10% beträgt das, was wir Bewusstsein nennen, 90% sind uns unbewusst!

10% Bewusstsein - 90% Unterbewusstsein (s. Bild unten)

 

Die Eisbergtheorie

 

 

 

 

 

Im NLP gibt es noch eine weitere Definition.

Sie besagt, dass nur das, worauf wir in einem Moment unsere Wahrnehmung

richten, bewusst ist. Alles andere ist unbewusst.

Wenn wir uns jetzt noch verdeutlichen, dass wir nur ca. sieben "Einheiten"

bewusst wahrnehmen können, wird das Potential unseres

Unterbewusstseins noch deutlicher.


Weitere Eigenschaften

 

1. Unser Unterbewusstsein versteht keine bildlichen Negationen

und keine bildhaften Vergleiche.


„Denke nicht an einen roten Golf.“ Das geht nicht.

Um nicht an einen roten Golf zu denken, müssen Sie sich etwas anderes vorstellen.

Sie können auch nicht an einen Baum ohne Blätter denken.

Aber an eine Tanne denken, das geht.

 


2. Es denkt in Bildern.

Unsere Sprache ist eine Entwicklung des Bewusstseins.

Wörter sind „nur“ Symbole, nur Beschreibungen, die selten „logisch“ sind.

Im Alltag vergessen wir das natürlich, es fällt uns aber schmerzlich auf,

wenn wir uns mit jemanden nicht verständigen können, der eine andere

Sprache spricht. Oder wenn jemand „Fachchinesisch“ plappert.


3. Gefühle sind stärker als die Logik, bzw. der Intellekt oder der Wille.

Wenn das Unterbewusstsein zwischen zwei gegensätzlichen Wünschen

entscheiden muss, siegt immer das, mit dem stärkeren Gefühl.

Am Beispiel des Rauchens erkennen wir das sehr gut:

Wenn der Vernunft entscheidet, das das Rauchen ungesund ist und wir uns

jetzt keine anstecken, ist das Gefühl, jetzt rauchen zu „müssen“ so stark,

dass wir schon im nächsten Moment die „Kippe“ im Mund haben.


4. Alles ist real.

Für unser Unterbewusstsein ist das, was in unserem Kopf passiert genau so real,

wie das, was „in der Welt“ passiert! Haben Sie schon einmal einen

Horrorfilm gesehen? Anschließend führte uns der Weg allein durch eine Straße

oder in den Keller. Obwohl wir genau wussten, dass vorher nur ein Film lief,

haben Sie sich gefürchtet oder erschreckt. Alles, was in diesem Film war,

war für das Unterbewusstsein real.

Deswegen wurde auch die gleiche Spannung wieder erzeugt!


5. Es nimmt alles wörtlich.

Es soll Ihnen bei der Zielerreichung helfen. Deshalb sagen Sie sich: "Ich wünsche,

ich hätte eine Million Euro." Ihr Unbewusstes wird alles tun, um diesen

Wunsch zu erfüllen. Dumm nur, dass Sie das Geld nicht besitzen möchten,

sondern sich nur wünschen. Also ist Ihr Wunsch sofort in Erfüllung gegangen.


6. Es speichert alles und ist dabei wertfrei.

Weder bewertet unser unbewusstes, noch urteilt es.

Bewerten und urteilen können wir nur mit unserem logischen Verstand,

mit unserem Denkhirn. Unser Unterbewusstsein funktioniert nach

dem Prinzip "Was ist, ist."


7. Den besten Zugang

haben wir direkt vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen.

Dann sind wir tief entspannt und finden so den Zugang.

Entspannungstechniken und Meditation helfen, diesen Zugang auch

zu anderen Tageszeiten zu bekommen.


8. Leben im Hier und Jetzt

Ich habe bereits geschrieben, dass unser Unterbewusstsein nur die

Gegenwart kennt. In jeglicher Hinsicht. Das bedeutet für uns, dass das

Unterbewusstsein nicht überlegt, ob eine Aktion, die jetzt stattfindet uns

langfristig schadet. Ein Beispiel: Unser Unterbewusstsein lässt uns jetzt

zum Zigarette greifen, um uns entspannen zu lassen. Unabhängig,

ob diese Kippe uns langfristig eher stresst und schadet.

 

 

 



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